Austreten leicht gemacht
30. April zum Tag des Kirchenaustritts ausgerufen
Jahrzehntelanger Missbrauch von Kindern, systematische Vertuschung durch Bischöfe und den Papst und nun eine kircheneigene Kommission, die die kirchlichen Vergehen aufdecken soll. Dies alles in einer Kirche, welche sich immer mehr von den Bedürfnissen der Menschen entfernt hat, wie die weltfremde Sexualmoral beispielhaft aufzeigt. Angesichts der Missstände sind immer mehr Menschen mit der katholischen Kirche unzufrieden, setzen ein Zeichen und treten aus. Daher wird der 30. April in Österreich von einer Gruppe kirchenkritischer Bürgerinnen und Bürger zum Tag des Kirchenaustritts ausgerufen. „Austreten ist so einfach wie noch nie“, sagt DDr.Christian Fiala, Betreiber der Internet-Plattform www.meinkirchenaustritt.at. Die Plattform hat eine neues Formular für den Austritt ins Netz gestellt. Damit ist ein Austritt rasch und unkompliziert möglich.
Wir kommen kaum mehr nach
In manchen Diözesen gibt es heuer schon mehr Austritte als sonst in einem ganzen Jahr!!
Nach den Missbrauchsskandalen laufen der katholischen Kirche die Schäfchen in Scharen davon.
Wien – Lichtbildausweis, Taufschein und Belege über bezahlte Kirchenbeiträge – mehr ist nicht mitzubringen, um, wie es im Gesetz für interkonfessionelle Rechtsverhältnisse seit 1868 geregelt ist, behördlich aus der katholischen Kirche auszutreten. Und derzeit machen tatsächlich viele Katholiken in Bezirkshauptmannschaften und Magistraten Ernst, die Missbrauchsskandale haben bereits zu einer regelrechten Austrittswelle geführt. “Wir kommen momentan kaum mehr nach mit dem Eintragen” , sagt eine Sachbearbeiterin in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn. read more…
IMAS Umfrage
Die aktuelle Umfrage zur demoskopischen Statusbestimmung im Hinblick auf: Distanz zur Kirche, Wandel des Gottesverständnisse brachte folgende Erkennntisse:
Erste Erkenntnis: Die Bindungen zur Kirche haben sich stark gelockert; das lässt sich
nicht nur an den statistischen Angaben über Kirchenaustritte ablesen. Auch die Zahl
der Betenden ist rückläufig: 1973 berichteten noch 51 Prozent der Österreicher von
zumindest gelegentlichen Kirchenbesuchen, jetzt tun das nur mehr 35 Prozent. Die
Gruppe der regelmäßigen Dominikanten ist im genannten Zeitraum von 25 auf 9
Prozent zusammengeschmolzen.
Zweite Erkenntnis: Jeder fünfte Österreicher bekannte gegenüber dem IMAS: „Ich weiß nicht recht, was ich glauben soll“.
Dritte Erkenntnis: Die christliche Lehre wird von einer relativen Mehrheit der Österreicher als ein moralisches Korsett empfunden, das auch der Gesellschaft als Ganzes dient.

Quelle: imas.at/
Umfrage download: [pdf]
Market-Umfrage: Es drohen massive Austritte
Laut der neusten Market-Umfrage vom 17. und 18. März 2010:
Die Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe gegenüber der katholischen Kirche lassen fast niemanden kalt: 78 Prozent fühlen sich davon „betroffen“, davon 44 Prozent „sehr betroffen.“ Und: Der Kirche glaubt man nicht, dass sie jetzt wirklich alles daran setzen wird, die Vorwürfe lückenlos aufzuklären – 74 Prozent verneinen dies explizit.
Dass die Vorfälle für Österreichs Kirche zum schweren Aderlass werden könnten, zeigt die Frage nach den Kirchenaustritten. Nahezu jedes zweite derzeitige Mitglied der katholischen Kirche überlegt den Austritt. Davon haben 30 Prozent bereits vorher mit diesem Gedanken gespielt, weitere 17 Prozent denken aufgrund der aktuellen Vorwürfe daran!

Quelle: market.at
download Studie (pdf)
Profil-Umfrage: Vertrauen in die Kirche erschüttert
Wie das Nachrichtenmagazin “profil” in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, geben 45% der Befragten an, die
derzeit in den Medien diskutierten Missbrauchsfälle hätten ihr
Vertrauen in katholische Kirche erschüttert. Weitere 27% meinten, sie
hätten schon zuvor kein Zutrauen in die Religionsgemeinschaft mehr
gehabt. Nur 23% der Befragten geben laut der im Auftrag von “profil”
vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin Motivforschung durchgeführten
Umfrage an, die jüngsten Ereignisse würden ihr Vertrauen in die
Kirche nicht beeinflussen. 5% wollten sich nicht äußern.
Quelle: profil.at
1 Mio Österreicher wollen austreten!
Integral Umfrage: So denken die Österreicher über den Kirchen-Missbrauchsskandal

Eine Mehrheit würde ihre Kinder nicht einer kirchlichen Institution anvertrauen.
Fast ein Million (= 17% der ÖsterreicherInnen) überlegen jetzt Kirchenaustritt. (Wien am 18.3.10, PUR)
Erstmals seit Bekanntwerden der Vorfälle in der katholischen Kirche wurden die Österreicher in einer repräsentative telefonischen Blitz-Umfrage (300 Personen) befragt. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:
Artikel download [pdf]
Umfrage download: [pdf]
Nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle innerhalb der röm.-katholischen Kirche bestätigen 4 repräsentative, unabhängige Umfragen seit Anfang 2010 übereinstimmend, dass in der österreichischen Bevölkerung das Vertrauen in die Kirche massiv erschüttert wurde und mit einem enormen Anstieg an Kirchenaustritten zu rechnen ist.
Die Umfragen können Sie hier auch nachlesen.
Bin mit 18 ausgetreten. Weiß gar nicht mehr was mich mehr störte: Die grausig-konservative Mittelalterfraktion oder die schwitzende Alternativszene in der Kirche. Die aktuellen Enthüllungen (systematischer sexueller Missbrauch von Kindern) zeigen jedenfalls ganz klar: Es darf keine Bevorzugung der Kirche durch den Staat mehr geben. Die röm.-kath. Kirche ist viel mehr unter Generalverdacht zu setzen. Und eine weitere Umkehrung ist notwendig: Es darf keinen automatischen Kircheneintritt mit der Geburt geben. Wer dann noch immer will, kann ja als Volljähriger explizit in die Kirche eintreten.
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Mein Kirchenaustritt
Vom Austreten aus der Katholischen Kirche redete ich schon lange. Spätestens seit mein Bruder ausgetreten ist, was ich damals mit 16 sehr faszinierend fand. Ich dachte immer es sei besonders kompliziert, man müsse von Ponzius zu Pilatus bzw. von Moses zu Abraham, wie auch immer, ich schob es auf. Als Studentin musste ich sowieso nichts zahlen, und sobald sie anfangen würden etwas zu fordern, würde ich den behördlichen Spiessrutenlauf und das Schlechte-Gewissen-Einreden von Kirchenseiten, mein Bruder hat nach seinem Austritt sogar einen Brief vom Erzbischof persönlich bekommen, auf mich nehmen. Ganz sicher.
Die erste Forderung kam, doch die konnte ich noch mit dem Nachsenden einer Studienbestätigung abwinken. So vergingen die Jahre, ich zog von Linz nach Graz, bekam zu meiner älteren Tochter Hannah noch Zwillinge, stand im selbständigen Arbeitsleben. Hannah hatte den Segen der Kirche, ich lies sie nach Drängen meiner Grossmutter mit eineinhalb Jahren taufen. Was soll´s, dachte ich mir damals, wenn sie will, kann sie eh wieder austreten.

