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Wir kommen kaum mehr nach

by monika on April 7th, 2010

In manchen Diözesen gibt es heuer schon mehr Austritte als sonst in einem ganzen Jahr!!

Nach den Missbrauchsskandalen laufen der katholischen Kirche die Schäfchen in Scharen davon.
Wien – Lichtbildausweis, Taufschein und Belege über bezahlte Kirchenbeiträge – mehr ist nicht mitzubringen, um, wie es im Gesetz für interkonfessionelle Rechtsverhältnisse seit 1868 geregelt ist, behördlich aus der katholischen Kirche auszutreten. Und derzeit machen tatsächlich viele Katholiken in Bezirkshauptmannschaften und Magistraten Ernst, die Missbrauchsskandale haben bereits zu einer regelrechten Austrittswelle geführt. “Wir kommen momentan kaum mehr nach mit dem Eintragen” , sagt eine Sachbearbeiterin in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn.

Nach Angaben der Austria Presse Agentur haben etwa in Graz alleine im März rund 1000 Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt – im Vorjahr seien es im Monatsschnitt rund 220 gewesen, erklärte die Leiterin des für Austritte zuständigen Bürgeramts, Ingrid Bardeau. Von der Leiterin der Kirchenbeitragsstelle der Diözese Graz-Seckau, Hertha Ferk, hieß es, genaue Zahlen könne man noch nicht nennen, da noch nicht alle Meldungen von Beitragsstellen und Bezirkshauptmannschaften eingetroffen seien. Die Tendenz casino online sei aber steigend, so viel sei sicher.

In der Diözese Gurk-Klagenfurt sind bis Ende März 1524 Kirchenaustritte registriert worden. “Das online casino dgfev ist aber noch nicht das endgültige Quartalsergebnis, da kommen noch einige Austritte dazu” , meinte Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht. Stellt man mit der bisherigen Zahl trotzdem einen Vergleich zum 1. Quartal 2009 an – damals wurden 1032 Austritte verzeichnet -, liegt die Steigerung bei 47 Prozent. “In der Endabrechnung wird die Steigerungsrate bedauerlicherweise wohl bei 50 Prozent liegen” , vermutete Lamprecht.

Im Vorarlberger Bezirk Bregenz verließen 2010 schon über 600 Personen die Kirche. “Normalerweise haben wir übers ganze Jahr 900 Austritte” , hieß es bei der Bezirkshauptmannschaft. Auch aus Feldkirch wurde ein markanter Anstieg gemeldet, hier traten heuer 517 Personen aus. Damit hat die Diözese Feldkirch allein in den ersten drei Monaten 2010 mindestens 1850 “Schäfchen” verloren. Das sind mehr Austritte als 2008 im gesamten Jahr (1793). Im Vorjahr , als Bischof Elmar Fischer mit seinen Aussagen zur Homosexualität für Empörung sorgte, hatten insgesamt 2515 Personen ihren Austritt erklärt. Derzeit steht er wieder in der Kritik, weil er zugegeben hat, vor vielen Jahren Ohrfeigen als pädagogische Maßnahmen eingesetzt zu haben.

Auch in der Diözese Innsbruck sind die Austrittszahlen im Monat März signifikant angestiegen. “Mit Stand 21. März verzeichneten wir seit Jahresanfang insgesamt 1348 Abgänge” , teilte ein Diözesansprecher mit. Die Diözese St. Pölten konnte keine konkreten Zahlen nennen, auch Wien hält sich noch mit Angaben zurück.

2009 war mit 53.216 Austritten das bisher schlimmste Jahr für die katholische Kirche in Österreich. 52.177 Gläubige hatten im Jahr 2004, in dem der Sexskandal im Priesterseminar St. Pölten aufgeflogen war, ihre Kirchenmitgliedschaft aufgekündigt. (simo, DER STANDARD – Printausgabe, 2. April 2010)

Quelle: derstandard.at

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